Nuklearmedizin
| Die Nuklearmedizin ist ein relativ junges medizinisches Fachgebiet. Sie beschäftigt sich mit der Anwendung offener radioaktiver Stoffe zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken am Menschen. | |||||||||||||||||||||
Mit nuklearmedizinischen Methoden können physiologische und biochemische Prozesse bzw. krankhafte Veränderungen zum einen für das Auge sichtbar gemacht und damit lokalisiert werden, zum anderen lässt sich der Umfang der Funktionsstörung gleichzeitig quantifizieren. Da häufig Funktionsveränderungen den morphologischen Veränderungen vorauseilen, ist eine sehr frühzeitige Krankheitsdiagnostik möglich, noch bevor sich Veränderungen in der Röntgendiagnostik oder im Ultraschall finden (Beispiel: Osteomyelitis = Knochenmarksentzündung). Die Nuklearmedizin hat somit ihren Schwerpunkt in der Funktionsdiagnostik, d.h. die Aussagekraft nuklearmedizinischer Bilder liegt in der bildlichen Darstellung der Fehlfunktion (=Krankheit). Durch natürlichen Zerfall sowie durch Ausscheidung über die Harnwege und den Darm erfolgt eine rasche Elimination der Radiotracer aus dem Körper. Die bei verschiedenen nuklearmedizinischen Untersuchungen auftretenden Strahlenbelastungen liegen im Rahmen der aus der Röntgendiagnostik bekannten Belastungswerte, zum Teil sogar deutlich darunter. Mit modernen hochauflösenden Kamerasystemen und entsprechender Abbildungssoftware lassen sich zwischenzeitlich detaillierte Aufnahmen des menschlichen Körpers anfertigen, die in speziellen Systemen (Zum Bsp. PET-CT, Gammakamera mit eingebautem Computertomographen) zusätzlich mit Röntgenaufnahmen überlagert werden können. |
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Unser Leistungsspektrum: Nuklearmedizinische Diagnostik: In der Myocardszintigraphie (Szintigraphie des Herzmuskels) ermöglicht die dreidimensionale EKG-gesteuerte Szintigraphie des Herzmuskels in Ruhe und unter Belastung eine zielgerichtete Ermittlung von Durchblutungsstörungen, wodurch häufig ein invasiver Eingriff (Herzkatheter) vermieden werden kann. Siehe Bild 2 und 3. Entzündungen, Verschleißerscheinungen oder Tumoren an den Knochen werden durch die Skelett-Szintigraphie erkannt. Siehe Bild 4. Mit der Schilddrüsen-und Nieren-Szintigraphie können Lage, Aufbau und Größe sowie die Funktion der Organe untersucht werden. Siehe Bild 5 und 6. Im nuklearmedizinischen Labor (RIA-Labor) bestimmen wir ergänzend mit Hilfe von Radionukliden im Blut u.a. Schilddrüsenhormone, Antikörper (Abwehrstoffe) und Tumormarker. Siehe Bild 7. Bei dem Verdacht auf eine Lungenembolie (Verschluss eines Lungengefässastes durch ein Blutkoagel) führen wir eine Ventilations- und Perfusionsszintigraphie der Lunge zur Erfassung sowohl der Durchblutung als auch der Belüftung des Organes durch. Sondenmarkierungen von so genannten „Wächterlymphknoten“ erlauben die nachfolgende gezielte Lokalisierung und Entfernung derselben durch den Chirurgen (z.B. beim Mamma-CA , einem bösartigen Brusttumor), wodurch häufig eine vollständige Entfernung der betroffenen Brust und eine umfassende und dadurch kosmetisch beeinträchtigende Lymphknotenentfernung vermieden werden kann. Siehe Bild 9. Nuklearmedizinische Therapie: Gegebenenfalls kann eine gezielte und schonende nuklearmedizinische Behandlung einzelner Organe mit spezifisch wirkenden nuklearmedizinischen Substanzen (Radionukliden) unter Ausnutzung physiologisch ablaufender Stoffwechselvorgänge erfolgen (z.B. Radiojod-Therapie der Schilddrüse in unserer abteilungseigenen Therapiestation). Siehe Bild 10. Auch die Therapie entzündlicher Gelenkerkrankungen (Radiosynoviorthese RSO). Siehe Bild 11. z.B. bei Rheumapatienten und die Schmerztherapie bei Knochenmetastasen gehören zu den Schwerpunkten unserer nuklearmedizinischen Abteilung. Siehe Bild 12. |
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